Vortrag des Antifa-AK: Militante Neonazis im Rheinland

Der Vortrag geht neben einer kurzen Beschreibung des extrem Rechten Spektrums allgemein auf die „militanten“ Nazistrukturen im Rheinland ein. Ein geschichtlicher Abriss wird die Entstehung der so genannten Freien Kameradschaft aus dem Verbot der Freiheitlichen Arbeiterpartei (FAP) und der Strategiedebatte Anfang der 90er Jahre innerhalb der Nazi-Szene erläutern. Im Folgenden wird auf die örtlichen Kameradschaftsstrukturen (Kameradschaft Walter Spangenberg, Kameradschaft Aachener Land, usw.) sowie deren Vernetzungsversuche (Aktionsbündnis West) dargestellt. Im Weiteren wird insbesondere die seit zwei Jahren sich dynamisch entwickelnde Strömung der so genannten Autonomen Nationalisten sowie deren Vernetzungsstruktur (Aktionsgruppe Rheinland) dargestellt. Was verbirgt sich hinter dem „neuen Style“ der Nazis? Wie ist Ihr Verhältnis zur NPD? Und welche Entwicklungsmöglichkeiten sind im Rheinland für diese Bewegung vorhanden.

Ort: AStA-CaféZeit: Donnerstag, 05. Juni 2008, 17:00 Uhr

Vortrag des A.K.K.U: „Kulturkampf von Rechts“ – Infoveranstaltung zu den Gegenaktivitäten

Wann? 3. Juni 2008
Wo?? Unikum (universitätstr.16)
Wieviel Uhr??? 17 Uhr


zur Anti-Islam KonferenzAm 20. September 2008 will die extreme rechte „Bürgerbewegung“ pro Köln einen „Anti-Islam-Kongress“ in Köln veranstalten. Zu diesem Termin sind europäische Parteien und Politiker geladen, gemeinsam in rassistischer Manier zu hetzen. Mit dabei sind die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), der belgische Vlaams Belang, der Front National (FN) aus Frankreich, Alsace d’abord sowie Die Freiheitlichen (Südtirol).In vielen europäischen Ländern werben extrem rechte oder faschistische wie postfaschistische Parteien mit anti-islamischen Parolen. So fordert die FPÖ ein Verbot für Minarette und ihr Vorsitzender Strache spricht davon, dass der Kampf der Kulturen im 21. Jahrhundert bereits begonnen habe. Der Islamismus sei der Faschismus des 21. Jahrhunderts. Auch FN, Vlaams Belang oder Alsace d’abord verfolgen keinen direkten biologistischen Rassismus, sondern feinden Menschen aufgrund angeblicher kultureller Unterschiede an. „Anti-Islam“ als Thema hat Hochkonjunktur bei der extremen Rechten in Europa.Der Vortrag der antifaschistischen Koordination Köln und Umland (A.K.K.U.) wird zunächst die verschiedenen politischen Akteure der Rechten in Europa beleuchten, ihrer Gemeinsamkeiten und ihre Differenzen gegenüberstellen. Im Anschluss wird es eine vergleichende Darstellung der Versuche der extremen Rechten mit dem Thema „Anti-Islam“ für sich zu werben geben. Selbstverständlich wird auch „pro Köln“ und der Moscheebaustreit am Rhein ein Teilaspekt der Veranstaltung sein, an dem gewiss im Anschluss des Vortrages die Möglichkeit besteht, das Thema vertieft zu debattieren.

Ort: AStA CaféZeit: Dienstag, 03. Juni 2008, 17:00 Uhr

Nieder mit Deutschland! Für den Hedonismus!

Wann? 8. Mai 2008
Wo?? Unikum (universitätstr.16)
Wieviel Uhr??? 22 Uhr


Es ist mal wieder soweit, der Antifa AK braucht eurer Geld. Damit ihr es uns gebt, machen wir ne nette Party. Support kriegen wir von KSM40, Whatever, DJ TIA und Reverend B. Zum historischen Anlass gibt es zudem einen Sektempfang und leckers veganes Essen. Kommt vorbei, seit trinkfreudig. Ansonsten ist alles wie immer.

Nationaler Sozialismus - "Antikapitalismus" von völkischen Freaks

Referent von TOP Berlin

Neonazis auf Protesten gegen die Hartz IV-Gesetzgebung, vermeintlich antikapitalistische Parolen auf Demos von "Autonomen Nationalisten" - doch was steckt hinter diesem "Nationalen Sozialismus"? Gibt es beim Thema "Soziale Frage" und Kapitalismuskritik Überschneidungen der (globalisierungskritischen) Linken und der Rechten? Die Berliner Gruppe Theorie.Organisation.Praxis brachte 2007 eine Broschüre heraus, in der verkürzte Kapitalismuskritik und die völkische Ideologie von Neonazis thematisiert werden.

Fr. 9.5.08 / 19:30h / Alte Feuerwache Köln (Melchiorstraße 3, Haltestelle Ebertplatz)

04. April 08
Infoveranstaltung zum Ermittlungsverfahren gegen die 'militante gruppe (mg)'


Infoveranstaltung im Rahmen der Infotour des Einstellungsbündnisses

Ende Juli 2007 wurden sieben Personen in Berlin von der Generalbundesanwaltschaft beschuldigt, Mitglieder einer 'terroristischen' Vereinigung, der 'militanten gruppe' (mg), zu sein (nach § 129a Strafgesetzbuch) . Vier von ihnen - Axel, Oliver, Florian und Andrej - wurden verhaftet. Andrej wurde nach drei Wochen von der Haft verschont. Im Oktober hob der Bundesgerichtshof (BGH) den Haftbefehl gegen ihn auf. Ende November - nach vier Monaten Untersuchungshaft - hatten auch die Haftbeschwerden von Axel, Oliver und Florian Erfolg und sie wurden gegen die Zahlung einer Kaution freigelassen.

Auch wenn die BGH-Richter in der 'militanten gruppe (mg)' inzwischen keine 'terroristische' Vereinigung nach § 129a mehr sehen, gehen die Ermittlungen weiter. Der Vorwurf der Generalbundesanwalt schaft lautet nun Mitgliedschaft in einer 'kriminellen' Vereinigung nach § 129. Axel, Florian und Oliver werden darüber hinaus beschuldigt, an Fahrzeugen der Bundeswehr Brandsätze angebracht zu haben. Die anderen vier werden einer Art intellektueller Täterschaft bezichtigt. Ihre wissenschaftlichen und journalistischen Publikationen enthalten Begriffe, die auch in Bekennerschreiben der 'mg' zu finden sein sollen. Ihnen wird vorgeworfen, sich an Debatten zu beteiligen, die etwa die gegenwärtigen Militäreinsätze der Bundesregierung, die Umstrukturierung von Städten oder Stadtteilen oder den Ausbau des Sicherheitsstaats kritisieren.

Das Ermittlungsverfahren gegen die 'militante gruppe (mg)' ist der vorläufige Höhepunkt einer Kriminalisierungs- und Stigmatisierungskampagne gegen linke Strukturen, kritische Wissenschaft und politische Praxis. Die bekannt gewordenen Verfolgungskonstrukte und Ermittlungsmethoden haben eine breite öffentliche Empörung ausgelöst und zu einer auch internationalen Solidarisierung mit den Beschuldigten geführt. Doch der Prozessbeginn steht noch aus und Unterstützung wird auch künftig gebraucht.

Aktuelle Informationen, die Kontonummern für Spenden und andere Möglichkeiten zur Unterstützung finden sich auf der Webseite des "Bündnis für die Einstellung der 129(a)-Verfahren" [einstellung. so36.net] .


24. Januar 08
- Vortrag: Dresden-Mythos

Im Rahmen der Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch am 16. Februar 08 in Dresden gibt es den Vortrag zum "Dresden-Mythos". Es geht um die Legendenbildung nach dem 2. Weltkrieg, der Selbststilisierung der Dresdner_innen als Opfer eines „sinnlosen Racheakts“ und dem damit einhergehenden Geschichtsrevisionismus.

Neben absurden Alltagsmythen innerhalb der örtlichen Bevölkerung, wurde vor allem der offizielle Geschichtsdiskurs kritisiert. Zwar wird konstatiert, dass ein langsamer Wandel im Umgang mit dem Thema stattfindet - auch durch die Arbeit der HistorikerInnenkommission, die die Opferzahlen und einen Teil des Mythos geschichtswissenschaftlich widerlegen bzw. in ein richtiges Maß rücken soll. Dieser Wandel hat jedoch leider nicht zur Folge, dass die offizielle Politik sich bei den Gedenkveranstaltungen am Heidefriedhof von den Nazis distanziert. Ganz im Gegenteil werden die Kränze weiterhin in trauter Eintracht zusammen abgelegt. Zusätzlich wird auch auf die wichtige Funktion des in Dresden ansässigen Hannah-Arendt-Instituts hingewiesen, eins der führenden totalitarismustheoretischen Think-Tanks in Deutschlands. Die Arbeit des HAIT läuft darauf hinaus, aus einer antitotalitären Sichtweise Nationalsozialismus und Realsozialismus als die „beiden deutschen Diktaturen“ gleichzusetzen und damit auch die Singularität des NS in Frage zu stellen.

Darüberhinaus geben die Referent_innen einen kurzen Abriss zur Entwicklung des 13. Februars hin zu einem der wichtigsten Aufmärsche der deutschen (und internationalen) Naziszene.

17. Januar 08
- Flim: "Wer Gewalt sät... von Brandstiftern und Biedermännern"

Während regierende Parteien erst seit dem Fiasko im sächsischen Parlament festgestellt haben, dass die NPD aus Neonazis besteht, sind rechte Tendenzen schon seit längerem vor allem in der sog. Mitte der Gesellschaft zu finden.

Seit Jahren wird debattiert, dass Deutschland sich gefälligst als "neue und selbstbewusste Nation" etablieren soll und darauf hingewiesen, dass es an der Zeit sei einen "Schlussstrich" unter die national-sozialistische Geschichte Deutschlands zu ziehen. Rechte Grundstimmung wurzelt bereits in der demokratischen Parteienlandschaft, daher erscheinen die Erfolge der NPD geradezu als logische Konsequenz.

Bereits im Jahre 1992 kam es zu rechtsradikalen Eskalationen im wiedervereinten Deutschland. Durch einen Film über den Pogrom in Rostock-Lichtenhagen wollen wir zeigen, inwiefern politische Aussagen und Debatten dazu beigetragen haben, dass die Stimmung unter den Bewohnern immer aggressiver und gespannter wurde bis ein Sündenbock für die politisch schwierige Situation gefunden war, so dass rechtsextreme Jugendliche gemeinsam mit den sog. Normalbürgern Asylbewerberheime in Brand steckten.

Gerade die neusten Debatten um sog. "kriminelle Ausländer" und Kochs-Hetzkampagne sollen im Anschluss debattiert werden.

01. Dezember 07
- Kulturkampf von rechts

Der "Clash of civilization" war schon lange vor dem gleichnamigen Werk Thema in der extremen Rechten. Von der so genannten Neuen Rechten über die NPD und neonazistische "Kameradschaften" bishin zu "pro Köln" wird über den Islam debattiert. Die einen sehen im Ismlamismus einen Verbündeten im "Kampfe gegen Amerika und das Weltjudentum", die anderen entdecken im Islam eine "kulturelle Bedrohung Europas". Der Referent Alexander Häusler, Mitarbeiter der Arbeitsstelle Neonazismus, wird in seinem Vortrag, darstellen, wie die unterschiedlichen Gruppen der extremen Rechten sich in Bezug auf den Islam positionieren. Im Anschluss wird die Initiative "Kein Bock auf ´pro Köln`" einen Überblick über die Propaganda von "pro Köln" gegen die Moscheebauten in Köln und den Islam geben. Als weiterer Referent wird Dr. Kemal Bozay, Autor mehrer Bücher über den türkischen Nationalismus, über das Dilemma der Kölner Moscheebaudebatte referieren und die Schwierigkeiten benennen, die sich aus dem Widerstreit Emanzipation und Religionsfreiheit ergeben.

Im Anschluss an die Referate besteht die Möglichkeit die verschiedenen Aspekte des Komplexes "Extreme Rechte und Islam" ausführlicher zu debattieren.

02. November 2007 - „Arisierung" ein brauner Fleck auf der weißen Weste deutscher Erinnerungskultur?

Die Shoah begann nicht in Auschwitz, dem Mord in den Vernichtungslagern ging die flächendeckende Enteignung jüdischen Eigentums in Deutschland voraus. An der Stigmatisierung, der Gettoisierung und anschließenden Vernichtung von Jüdinnen und Juden waren nahezu alle Mitglieder der 'Volksgemeinschaft' beteiligt.

Die Vorgänge, die sich unter dem Begriff der Arisierung zusammenfassen lassen, zeigen, mit welcher Selbstverständlichkeit und ohne Unrechtsbewusstsein „Arier“ ihre jüdischen NachbarInnen verwerteten. Ein Kaufvertrag reichte aus, um das Gewissen angesichts der Teilnahme an einem legalen Raubzug zu beruhigen. Was damals als legal galt, darf auch heute nicht illegitim sein. Trotz wissenschaftlicher Forschungen, die die Illegimität stützen, besteht die Problematik fort, mit der damaligen Arisierung angemessen umzugehen. Dies zeigen unter anderem das Verhalten der Gewerkschaft GEW in Hamburg oder das der Verleger Neven DuMont in Köln. Die Veranstaltung werden zwei Referenten bestreiten.

Zunächst wird Prof. Dr. Wolfgang Dreßen (Leiter der Arbeitsstelle Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf) einen Überblick zur Thematik geben. Anschließend berichtet der Historiker und Journalist Ingo Niebel über seine Forschungen über bisher unbekannte Arisierungsfälle in Köln und seine Auseinandersetzung mit den Kölner Verlegern Neven DuMont.

13. Juni 07 - Die Biedermannis vom Rhein

Die extrem rechte „Bürgerbewegung pro Köln“ sitzt seit der Kommunalwahl 2004 in Fraktionsstärke im Kölner Rat. Dort und vor allem in „Anwohnerinitiativen“ verbreitet die „Bewegung“ extrem rechtes und rassistisches Gedankengut mit beachtlichem Erfolg. Schon die Vorgängerorganisation, die „Deutsche Liga für Volk und Heimat“, betrieb Mitte der Neunziger Jahre in Köln rassistische Hetze. Jedoch fand dieses Projekt von Manfred Rouhs und Markus Beisicht aufgrund größerer antifaschistischer Proteste ein schnelles Ende.

Bei dem Projekt „pro Köln“ sieht die Lage erschreckend anders aus. Mutmaßten 2004 noch bürgerliche Journalisten von einem Zufallserfolg, so hat sich inzwischen herausgestellt, dass die „Bewegung“ eine solide Basis aufgebaut hat.

Trotz einschlägiger neofaschistischen Vergangenheiten von „pro Köln“ FunktionärInnen schwinden zunehmend die Berührungs-Ängste rassistischer KölnerInnen zu der Partei: Ob in Köln-Merkenich, wo ein schwarz uniformierter Bürgermob gegen ein „Übergangswohnheim“, in dem Sinti und Roma leben, mobil macht oder in Humbolt-Gremberg, wo eine „Anwohnerinitiative“ Horrormeldungen über den dort ansässigen „Junki Bund e.V.“ verbreitet. „pro Köln“ ist immer mit dabei und unterstützt die Proteste des Bürgermobs. So schafft „pro Köln“ es in den Kölner Stadtteilen, den rechten Konsens weiter zu festigen. Besonders die Auseinandersetzungen in Köln-Ehrenfeld über den geplanten Umbau der ansässigen Ditib Moschee versucht „pro Köln“ für sich zu nutzen. Mit einer von der Partei gegründeten „Anwohnerinitiative“ schaffte es „pro Köln“ unter dem Deckmantel eines angeblichen Bürgerbegehrens über 22.000 Unterschriften zu sammeln.

Für den 16. Juni 2007 plant die „Bürgerbewegung“ zudem einen Großaufmarsch durch Ehrenfeld, bei dem sogar FaschistInnen von „Vlaams Belang“ aus dem Ausland anreisen werden. Grund genug sich mit der „Bürgerbewegung pro Köln“ näher auseinander zu setzten.

Im dem Vortrag der Kampagne „Kein Bock auf pro Köln“ wird nicht nur auf Personen und deren Hintergründe eingegangen. Die Strategie und Taktik der Biedermänner vom Rhein wird genauer beleuchtet und mögliche Gegenstrategien erörtert. Neben dem Schauplatz Köln wird der Vortrag ebenfalls auf die Expansions-Bemühungen von „pro Köln“ in NRW („pro NRW“) und in Deutschland („pro Deutschland“) eingehen. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit gemeinsam über Gegenaktivitäten zu diskutieren und die Kampagne „Kein Bock auf pro Köln“ näher kennen zu lernen.

12. Juni 07 - Köln ganz Rechts

Köln gilt gemeinhin als eine liberale und weltoffene Stadt. Nazis in Köln, gibt es die überhaupt? Ja, es gibt sie und das auch in einer nicht unerheblichen Anzahl:

Neben der extrem rechten „Bürgerbewegung pro Köln“ finden sich auch noch eine ganze Reihe andere rechter Parteien und Organisationen in Köln. Das sinkende Schiff „Republikaner“ hat in Köln, trotz vieler Überläufe von AktivistInnen zu „pro Köln“, immer noch eine Ortsgruppe. Die NPD hat sich nach längeren innerparteilichen Querelen in Köln reorganisiert und besitzt inzwischen einen zweiwöchentlichen Stammtisch, sowie eine Jugendgruppe (JN Köln). Neben diesen bekannteren extrem rechten bzw. neofaschistischen Parteien existieren noch DVU, BÜSO, Christliche Mitte, u.v.m. in Köln. Die Parteien können dabei aber noch auf viele weitere Organisationen aus dem extrem rechten Umfeld bauen. So existiert zwar, nachdem der bundesweit bekannte Neonazi Axel Reitz im Gefängnis sitzt, die Kölner „Kameradschafts- Szene“ nur noch rudimentär, könnte sich aber rasch reorganisieren, sobald Reitz wieder auf freien Fuß ist. Auch an geschichtsrevisionistischen Vereinigungen hapert es in Köln nicht.

So existiert der „Verein für Geschichte und Kultur e.V.“, der „Verband deutscher Soldaten“ sowie „abgedrehte“ Vereinigungen wie der „Armanen-Orden“ oder die „Deutschen Idealisten“. Nicht zu vergessen sind die vielen Burschenschaften und Verbindungen in Köln, die vollkommen unbehelligt ihren Tätigkeiten nachgehen können und immer eine potenzielle Reserve für die Rechte in Köln darstellen. Der Vortrag „Köln ganz Rechts“ vom Antifa Ak versucht diese vielen verschieden Organisationen und deren MitgliederInnen kurz darzustellen, ihre Verbindungslinien zu beleuchten und das ganze rechte Spektrum in Köln aufzudecken. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit einzelne Punkte weiter zu vertiefen und die Entwicklungs-Perspektiven der extrem Rechten darzustellen.

08. Februar 07 - *Geschichtsrevisionismus*

*Geschichtsrevisionismus ist ein zentrales Thema der extremen Rechten in Deutschland. Aufmärsche der extremen Rechten zu diesem Themenfeld in Dresden, Wunsiedel, München oder Halbe erreichen Teilnehmerzahlen von mehreren tausend Personen. *

Geschichtsrevisionismus der extremen Rechten bezieht sich mit seinen Positionen auf Diskurse in der Mitte der Gesellschaft. Von hier – aus Historikerkreisen, Journalistik oder etablierter Politik – erhält er seine Steilvorlagen. Der Vortrag wird die relevanten Diskurse aufzeigen und in ihrer Wirkung für die extreme Rechte darstellen.

Im zweiten Teil des Vortrages wird die Bedeutung des Themas innerhalb der ostwestfälischen extremen Rechten beleuchtet. Das ostwestfälische Vlotho mit dem dort ansässigen „Collegium Humanum“ hat sich in den letzten 5 Jahren zu einem Zentrum für Geschichtsrevisionismus mit internationalen Beziehungen entwickelt. Mit dem im Collegium ansässigen „Verein zur Rehabilitation der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV) spielt man in der ersten Liga der internationalen Holocoust-Leugner-Szene. Bernhard Schaub, der Vorsitzende dieses Vereins, war Vortragender auf der Holocaust-Leugner-Konferenz in Teheran.

Ebenfalls vom „Collegium Humanum“ aus ging die Gründung des „Vereins Gedächtnisstätte für die Opfer des zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und Gefangenenlager", der personelle Überschneidungen zum VRBHV aufweist. Dieser Verein erwarb im letzten Jahr eine große Immobilie in der Nähe von Leipzig, die als Gedenk- und Tagungsstätte auch für die extreme Rechte genutzt werden soll.

Referent: Gerd Alt, Argumente & Kultur gegen Rechts e.V.

06. November 06 - Gelebter Widerstand

Vortrag von Jean Jülich über die Edelweißpiraten.

22. November 06 - Verbindungen und die extreme Rechte

Vor der FH Köln, dem ehemaligen Hauptgebäude der Universität, erinnert heute ein Mahnmal an die Bücherverbrennungen des Jahres 1933. Und richtet damit den Blick auf die Veranstalterin dieser »Aktion wider den undeutschen Geist«: Die StudentInnenschaft unter Führung von NS-Studentenbund und den Studentenverbindungen – eben jenen Vereinen, deren Mitglieder bis heute, zumeist durch bunte Schärpen und Mützen kenntlich gemacht, an den Hochschulen um Nachwuchs werben. Relikte einer völkisch verhetzten StudentInnenschaft

Bald nach Gründung der StudentInnenvertretungen Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts erreichten die Verbindungen in diesen eine dominante Stellung. Diese Vertretungen erhoben nicht den Anspruch, die Interessen aller StudentInnen vertreten zu wollen. Ausschließlich deutsche, verstanden als weiße und »arische«, Studenten galten ihnen damals als legitimer Teil der StudentInnenschaften. Ihren vorläufigen Höhepunkt fand diese Tendenz in den Bücherverbrennungen des Jahres 1933, die als Kampagne »wider den undeutschen Geist« von den StudentInnenschaften durchgeführt wurden. Der »undeutsche Geist«, das bezeichnete liberale und linke Ideen genauso wie jüdische StudentInnen und WissenschaftlerInnen.

StudentInnenschaft und Verbindungen

Dennoch wurden die StudentInnenschaften in Westdeutschland wieder eingeführt und lösten sich Ende der sechziger Jahre aus dem Zugriff der Verbindungen. Und das trennt die Verbindungen von den StudentInnenschaften und den StudentInnen: Die studentischen Vertretungen haben mehrere Brüche in ihrer Arbeit erfahren und die StudentInnen sind ganz einfach andere. Was geblieben ist von den BücherverbrennerInnen sind die Verbindungen, und das Wissen, dass eine verfasste StudentInnenvertretung nur dann zu vertreten ist, wenn sie sich für alle StudentInnen einsetzt und Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und der extremen Rechten entgegentritt.

Verbindungen und die extreme Rechte

Nach wie vor sind Verbindungen für die extreme Rechte ein attraktives Handlungsfeld, in dem ihre AkteurInnen und Ideen zumindest akzeptiert werden. »Vorfälle« mit rechtsextremem Hintergrund lassen sich für das gesamte Spektrum der Verbindungen und auch für Köln nachweisen. In zahlreichen Verbindungen ist die extreme Rechte gar nach wie vor Hegemonial. Aus solchen Verbindungen stammt auch ein relevanter Teil des Führungspersonals der extremen Rechten.

VeranstalterIn: Referat für Politische Bildung des AStA der FH Köln & Antifa AK

ReferentInnen: ak antifa des freien zusammenschluss von studentInnenschaften

23. Oktober 06 - Verbindungen kappen!

In den 1970ern schien ihr Ende nahe. Studentenverbindungen – elitäre Traditionsvereine konservativer bis extrem rechter Prägung – gerieten durch den Modernisierungsschub an den Hochschulen gewaltig unter Druck. Ihr altertümliches Gehabe, das sich in seltsamen Trink- und Feierriten, angeblich altdeutscher Kleidung und konservativen Handlungsweisen zeigt, schien den gesellschaftlichen Verhältnissen nicht mehr angemessen. Dem Spott der die Hochschulen dominierenden Linken ausgesetzt, wurden die Studentenverbindungen aus der universitären Öffentlichkeit verdrängt, die sie bisher beherrscht hatten.

Spätestens in den 1990ern hat sich diese Tendenz grundlegend verändert. Der strukturelle Konservatismus der Studentenverbindungen lässt sie angesichts des ungebrochenen Vormarsches reaktionärer Positionen in der deutschen Gesellschaft wieder zunehmend als attraktive Vereinigungen erscheinen. Mit ihren Inhalten können die Studentenverbindungen entsprechend punkten.Elitendenken, Männer- bündeleien, Unterordnungsbereitschaft, Militarismus, Akzeptanz von Hierarchien und Geschlechterstereotypen – das sind Verhaltensweisen, die in Studentenverbindungen erlernt und danach oft in gehobener Position praktiziert werden. In einigen Arten von Studentenverbindungen (besonders in Burschenschaften) verbindet sich dieser Habitus mit extremeren Formen völkischen Denkens.

Referent: Jörg Kronauer, freier Journalist (Lotta)

12. Juli 06 - Der gewöhnliche Faschismus

Filmvorführung: Der gewöhnliche Faschismus

An Hand von Bild- und Filmmaterial, das zuvor größtenteils unbekannt geblieben war, entwirft der sowjetische Regisseur Michail Romm (1901-1971) eine facettenreiche, psychologisch fundierte Dokumentarfilmstudie über Voraussetzungen, Entstehung und Erscheinungsformen des deutschen Faschismus. Bemerkenswert durch den detailbesessenen und unbestechlichen Blick, der vor allem die alltäglichen und gewöhnlichen Aspekte der Barbarei enthüllt; revolutionär durch den subjektiven, essayistischen Kommentar, der auf voreilige Erklärungen verzichtet und zum Mitdenken und -fühlen auffordert. Ein Klassiker des analytisch-didaktischen Dokumentarfilms.

An Hand von Bild- und Filmmaterial, das zuvor größtenteils unbekannt geblieben war, entwirft der sowjetische Regisseur Michail Romm (1901-1971) eine facettenreiche, psychologisch fundierte Dokumentarfilmstudie über Voraussetzungen, Entstehung und Erscheinungsformen des deutschen Faschismus. Bemerkenswert durch den detailbesessenen und unbestechlichen Blick, der vor allem die alltäglichen und gewöhnlichen Aspekte der Barbarei enthüllt; revolutionär durch den subjektiven, essayistischen Kommentar, der auf voreilige Erklärungen verzichtet und zum Mitdenken und -fühlen auffordert. Ein Klassiker des analytisch-didaktischen Dokumentarfilms.

04. Juli 06 - Ethnopluralismus, Rassismus und die "Neue" Rechte

Referent: Richard Gebhardt, Doktorand am Institut für Politische Wissen-schaft, RWTH Aachen Während der klassische Rassismus noch die biologische Unterlegenheit oder genetische Verschiedenheit fremder "Völker" und "Rassen" behauptete, kann in den letzten Jahrzehnten ein Wechsel rassistischer Denkfiguren beobachtet werden. Nicht mehr die Biologie oder die Genetik, sondern die kulturelle Differenz steht im Mittelpunkt des Neo-Rassismus.

Dieser kulturalistische Ansatz der modernisierten Rechten führt dazu, dass entlang von kulturellen Zuschreibungen die unveränderbare Verschiedenheit der Menschen be-hauptet wird. Hinter der scheinbar unverfänglichen Forderung eines Ne-beneinanders der Völker, steckt letztlich nur der alte Rassismus im neuen Gewand - "Deutschland den Deutschen, die Türkei den Türken" ist die ethno-pluralistische Version der alten Naziparole "Ausländer raus!"

Der Vortrag will aufzeigen, wie diese "neu"-rechte Position entwickelt wurde und wo sie im aktuellen Kontext auch in der bürgerlichen Mitte wieder auftaucht.

29. Juni 06 - Unheilige Allianzen

Morde, Vergewaltigungen, brennende Kirchen - Black Metal ist oft mehr als nur Musik. In Liedern werden Thor und Odin besungen, in der Freizeit wird für ein neues Heidentum missioniert. Auch Verbindungen zu Neonazis sind in manchen Bereichen des Metal üblich. Aus Musik ist bei vielen Ideologie geworden, und wenn das Hakenkreuz angeblich nur der Ästhetik dient, stört sich längst nicht jeder daran.

Christian Dornbusch und Hans-Peter Killguss, Autoren des Buches "Unheilige Allianzen", sprechen über heidnische und neonazistische Tendenzen im Black Metal.

01. Juni 06 - Neofaschismus auf dem Vormarsch?

Das Bild des Neonazismus hat sich ver-ändert, die Kleinstparteien der 90er Jahre gibt es nicht mehr. Aus dieser Entwicklung gestärkt hervorgegangen ist die NPD. Parallel entstanden ab Mitte der Neunziger bundesweit vernetzte neo-nazistische Basisgruppen, so genannte Freie Kameradschaften, die heute wesentlich mobilisierungsfähiger und jugendkompatibler sind als herkömmliche Neonazi-Parteien.

Mittels Musik mit rassistischen, nationalistischen, antisemitischen und teilweise offen neonazistischen Texten werden Jugendliche zudem gezielter ange-sprochen und an das Netzwerk des militanten Neonazismus heran geführt.

Der Neonazismus erscheint als eine Art Eventkultur, der aus ihm resultierende Terror wird dabei oft übersehen. Auch in NRW hat es im Vergleich zu den neunziger Jahren einen deutlichen Anstieg neonazistischer Aktivitäten, wie zum Beispiel Aufmärsche gegeben. Mindestens einmal monatlich marschiert die neonazistische Szene durch irgendeine Stadt in Nordrhein-Westfalen. Zumeist werden diese Aufmärsche vom 2004 gegründeten "Aktionsbüro Westdeutschland" organisiert, zu dessen Hauptakteuren auch Kölner Neonazis zählen.

Der multimediale Vortrag des "Antirassistischen Bildungsforums Rheinland" beschreibt und analysiert die Entwicklung des Neonazismus in Deutsch-land und beleuchtet anschließend die neonazistischen Strukturen in NRW.